Pizza

Ti posso offrire una bella pizza?

Woher kommt die Pizza und wie macht man den perfekten Teig? Was ist ein Pizza-Drucker und wieviel kostet die teuerste Pizza der Welt? Ich habe ein paar interessante und lustige Fakten zu der Lieblingsspeise der Italiener herausgefunden!

 

Pizza – wer liebt sie nicht? Doch ist sie wirklich die Seele Italiens?

Auf jeden Fall die Seele der Neapolitaner. Da kommt sie nämlich ursprünglich her, die Pizza. Zumindest behaupten das die Neapolitaner. Und bei der Margherita scheint das auch zu stimmen. König Umberto der 1. von Savoyen und seine Gemahlin Margherita beauftragten mehrere Pizzabäcker eine ganz besondere Pizza für ihren Besuch im Palazzo von Capodimente vorzubereiten. Aus einer Liste von 35 Belägen wählte Margherita die drei Zutaten Tomate, Mozzarella und Basilikum aus – in den Farben der italienischen Flagge.

Margherita Zutaten Pizza Amavido

Vor der Pizzeria Brandi in Neapel ist das Datum 11. Juni 1989 in eine Mamortafel eingemeißelt: Der Tag, an dem die Pizza Margherita erfunden worden ist. Ein guter Grund zu feiern für die Feinschmecker-Nation.

Im Mittelalter gab es in Italien bereits die Focaccia, ein pizzaähnliches Fladenbrot aus Ligurien, was sich bis heute noch in Italien an hoher Beliebtheit erfreut. Die Zutaten sind Hefe, Wasser, Olivenöl, Salz und Kräuter. Simpel, aber SO lecker! Auch Genua erhebt Anspruch darauf, Erfinderstadt der italienischen Leibspeise zu sein. Um 1490 soll hier zu Ehren des Genleser Admiral Andrea D’orio die Pissa d’Andrea zubereitet worden. Wer auch immer es war – wir freuen uns, dass jemand die Focaccia weiterentwickelt hat!

Die Idee die Focaccia mit Tomaten zu belegen entstand um 1830, wo die ersten Bäckereien Pizzen mit Tomatensoße verkauft haben. 1858 erschien das erste Rezept.

Der Pizza-Stolz der Neapolitaner ist riesig! Nachdem ihr Rezept viele tausend Male schlecht kopiert und abgewandelt worden ist, wurde es am 9. Februar 2005 als Warenzeichen eingetragen und die zugelassenen Zutaten genau festgelegt. Hier nehmen es die Neapolitaner wirklich genau. Der Durchmesser, die Dicke des Teigs und die Dichte und Sorte des Käses (DOP geschützter Mozzarella di bufala) sind haargenau festgeschrieben. Die einzigen vorgesehenen neapolitanischen Pizzen sind demnach Pizza Marinara und Pizza Margherita.

 

Wie die Pizza in aller Munde kam

Die kulinarische Vielfalt Italiens ist gigantisch – und ihr Geschmack unwiderstehlich. Wer als Deutscher nach Italien kommt, wird auf viele Gerichte stoßen, von denen er noch nie etwas gehört hat. Doch die Pizza hat den internationalen Durchbruch geschafft und zwar bereits im 19. Jahrhundert.

Zur Zeit der großen Auswanderung in Italien verschlug es 17,8 Millionen Italiener nach Amerika. Mit sich brachten sie das geheimnisvolle Rezept der Pizza – und es schlug ein wie eine Bombe! Nach dem zweiten Weltkrieg kam die Pizza dann auch nach Europa. Mit der geografischen Verbreitung wurde auch die Vielfalt der Pizzasorten immer größer. Oft wurde sie dabei dem lokalen Geschmack angepasst. Dabei wird oft, mehr als den Italienern recht ist, vom Ursprungsrezept abgewichen. In Amerika beispielsweise ist ihr Teig dicker, fettiger und süßlicher – denn all diese Dinge zeichnen amerikanisches Essen nun einmal aus. Im Supermarkt kann man sich sogar eine “plain”-Pizza (unbelegt) mit “Toppings” seiner Wahl belegen lassen.

 

Doch zurück zu der authentischen traditionellen italienischen Pizza.

183.000 Pizzerien gibt es derzeit in Italien. Rom als Hauptstadt des Pizza-Landes ist Marktführer mit seinen 15.000 Pizzerien während Neapel mit 8.200 eher Nachzügler ist.

Eigentlich gilt in Italien bei Pizza-Rezepten: Weniger ist mehr! Einst galt sie nämlich ein Arme-Leute-Essen. Doch heute toben sich auch in Italien immer mehr Gourmetköche aus, um neue Pizza-Kreationen zu backen. Ob mit Schlagsahne, Haselnüssen, Erdbeeren oder Lakritze – die Sterne-Köche kennen keine Grenzen bei ihren Geschmacksexperimenten!

Trotzdem: In Deutschland wird sie mehr gegessen als in Italien. Allerdings betrifft das vor allem die Fertigpizzen aus dem Tiefkühlfach. Im Durchschnitt isst ein Deutscher 10 Tiefkühlpizzen im Jahr, der Italiener circa 1,5. Warum? Praktisch und günstig – die zwei Merkmale sind den Deutschen bei der Wahl ihres Essens wichtig!

 

Fun Facts über Pizza

Pizza Italien Amavido

Während die Italiener über die wahre Herkunft des Teigfladens streiten und seinen Durchmesser analysieren, führte der Pizza-Hype in Amerika zu diversen abstrusen Ideen. Damit ihr bei Tisch mit Italienern die Blicke und Lacher auf eurer Seite habt, habe ich einige davon für euch zusammengetragen. Aber Achtung, ein bisschen unnützes Wissen ist auch dabei!

 

1. Pizza-förmige Frischhaltetüten

Den Kindern in Amerika wird gern eine Pizza-Slice als “gesunder Snack” in die Schule mitgegeben – deswegen wurde die Pizza-Frischhaltefolie (eine wiederverschließbare Tüte in Form eines Pizzastückes) erfunden.

2. Gelato + Pizza: Unitalienischer gehts kaum!

In einigen Eisdielen Amerikas wurde außerdem die fragwürdige Eiscreme-Sorte Pizza ins Sortiment aufgenommen. Nach welcher Pizza-Sorte sie nun genau schmeckt, kann ich leider nicht sagen, aber wer weiß: Vielleicht gibt es auch hier bald Wahlmöglichkeiten!

3. Die teuerste Pizza der Welt

Wenn du dachtest, Pizza ist immer die preisgünstigste Wahl, hast du wahrscheinlich noch nicht von der Pizza Saint Louis XII gehört. Diese kostet nämlich 8.300 Euro. Wenn du sie bestellst, kommt ein Pizzabäcker zu dir nach Hause und bereitet sie dir zu. Der Teig muss allerdings 72 Stunden vorbereitet und anschließend fertiggemacht werden. Das Topping setzt sich zusammen aus Büffelmozzarella DOP, Lobstern, Kaviar, Shrimps, und frische Kräuter. Dazu gibt es wahlweise Champagner, Brandy oder Cognac.

4. Dein Lieblingsgericht zum Reinlegen

Seit Sommer 2017 können sich richtige Pizza-Liebhaber in ihr Lieblingsgericht reinlegen. Denn der kalifornische Shop Etsy hat die handbemalte Badekugel in Pizzaform in diesem Jahr auf den Markt gebracht.  Sie sieht nicht nur aus wie ein Stück Pizza: Sie riecht auch so! Na dann mal frohes Baden!

5. Der Pizza-Drucker

Ein Unternehmen in der US arbeitet zur Zeit an dem Druck von Nahrungsmitteln mithilfe des 3D-Druckers. Damit soll die NASA bei Langzeitmissionen immer versorgt sein. Und was steht auf der Karte? Pizza natürlich!

Der Pizza-Druck ist die erste und einfachste Herausforderung. Warum? Ganz einfach, sie lässt sich in Schichten drucken. Teig, Tomatensoße und dann Käse. Bisher sollte man diese Neuerfindung trotzdem vor Italienern lieber Geheimhalten, da sich die Zutaten bisher auf Ketchup und Frischkäse reduzieren.

Das hat nichts mit Pizza zu tun.”, würde ein Italiener wütend sagen.

In Zukunft sollen die Zutaten am Besten in Pulverform (damit sie extram lange haltbar sind) verarbeitet werden. Dazu gibts Insekten – denn die sind sehr proteinreich!
Hmmm, haben wir da etwa eine neue Pizza-Kreation entdeckt?

6. Amerikanische Pizza-Kette kommt nach Italien

Aber viel akuter sorgen sich die Italiener gerade um das Expandieren der US-Kette Pizza-Hut! Im April 2017 wurde nämlich bekannt gegeben, dass diese nach Italien kommt. Pizzen mit Ananasringen standen bisher in Italien auf dem internen Pizza-Index. Ob sich das jetzt ändern wird?

 

Meine persönliche Lieblingspizza

Wie auch immer, meine Lieblingspizza ist jedenfalls nicht mit Ananasringen belegt! Jedoch habe ich in Italien während meines Auslandsaufenthaltes in Latium trotzdem eine für mich neue und ungewöhnliche Pizza-Kreation entdeckt – und zwar die Kartoffel-Pizza. Das Rezept ist auch für Vegetarier und Veganer (diese müssen lediglich das Crème fraîche ersetzen) absolut geeignet.

 

Aber zunächst das Wichtigste: Der perfekte Teig!

Pizza Teig Amavido

Zutaten für 1-2 Pizzen á 30 cm:

  • 200g Mehl (wahlweise 1/4 Weichweizengrieß)
  • 100 ml lauwarmes Wasser
  • 5g Hefe
  • 1 TL Salz

 

Zubereitung:

  1. Schritt: Gebt zwei Drittel des Mehls in eine Schüssel. Löst die Hefe im lauwarmen Wasser auf und gebt das Wasser-Hefe-Gemisch in auf das Mehl.
  2. Schritt: Nun rührt mit dem Holzlöffel oder der Maschine alles zu einem cremigen Teig. Dieser muss nun abgedeckt an einem angenehm warmen Ort ( z.B. Euer Backofen bei ca. 50°C) ungefähr eine Stunde gehen. Danach sollte er sein Volumen mindestens verdoppelt haben.
  3. Schritt: Nun nehmt Ihr das restliche Mehl und knetet es unter den schön gegangenen Teig. Dieser Vorgang sollte mindestens fünf Minuten in Anspruch nehmen, sodass Ihr einen schön geschmeidigen Teig erhaltet, der nicht mehr klebt aber auch nicht zu trocken ist.
  4. Schritt: Teilt den Teig und formt kugelrunde Teiglinge, legt diese auf einen bemehlten Teller und deckt ihn ab. Die Teiglinge müssen nun bei Zimmertemperatur nocheinmal ca. 30 Minuten ruhen.
  5. Schritt: Dann heizt ihr den Ofen vor und formt aus den Teiglingen runde Pizzen und packt sie in den Ofen. Je nach Ofen, Pizzastein und Dicke des Teigs variiert die Zeit hier zwischen 6 und 20 Minuten).

 

Pizza con Patate e Rosmarino

Kartoffelpizza: Pizza Patate Amavido

Belag-Zutaten:

  • 200 Gramm Kartoffel (möglichst groß)
  • Salz
  • 2 EL Crème fraîche
  • Pfeffer (frisch gemahlen)
  • Knoblauch (nach Belieben)
  • ½ Zweige Rosmarin (frisch)
  • 2 EL Olivenöl (zum Beträufeln)

 

Zubereitung:

  1. Schritt: Koche die Kartoffeln, schrecke sie ab mit kaltem Wasser und pelle sie anschließend. Wenn sie abgekühlt sind, kannst du sie in schmale Scheiben schneiden.
  2. Schritt: Der Teig wird anschließend mit Sauerrahm bestrichen, gesalzen und gepfeffert. Die Kartoffelscheiben werden anschließend dachziegelartig auf dem Teig verteilt. Darüber kommt Knoblauch (in dünne Scheiben geschnitten), Rosmarin und Olivenöl.
  3. Schritt: Anschließend wird im vorgeheizten Ofen die Pizza-Kreation bei 220°C Ober- und Unterhitze circa 20 Minuten gebacken.

 

Zum Schluss bleibt mir nur noch eins zu sagen: Buon appetito – Guten Appetit!

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Written by Leonie
Schreiben, Kultur und Reisen - das sind meine drei Leidenschaften. Bei AMAVIDO habe ich einen Ort gefunden, wo sich diese Komponenten verbinden lassen. Ich bin Leonie, aufgewachsen in einem kleinen Dorf in Brandenburg, inmitten weiter Felder an einem See und schreibe für das Amavido-Magazin. Die Liebe zur Natur und zum Entdecken hat mich durch viele Länder gezogen - von Griechenland über Australien bis hin nach Kambodscha und Indonesien. Letztes Jahr war ich sechs Monate im wunderschönen Italien und durfte die faszinierende Kultur, die Mentalität und die Sprache des Landes kennenlernen. Ich möchte meine Erfahrungen, Gedanken und Eindrücke mit euch teilen und hoffe damit eure Lust auf bewusstes Reisen, Slow-Food und fremde Traditionen zu wecken. Viel Spaß beim Lesen und Kommentieren!